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Kastration und Frühkastration Das Thema Kastration wird oft heiß diskutiert und leider gibt es hier viele Missverständnisse. Oft sind auch unsere Tierärzte leider nicht am letzten Wissenstand und veralterte Ansichten wie: "eine Katze muß einmal Babies haben" oder "der Kater soll sich ausleben" halten sich hartnäckig im Bewußtsein der Tierhalter. Aufklärend möchten wir hier folgendes festhalten: - Die Paarung von Katzen ist keine lustvolle Angelegenheit für beide Beteiligten. Ein Deckakt dauert nur einige Sekunden, dabei packt der Kater die Katze mit den Zähnen fest am Nacken - der Penis des Katers ist mit einem Widerhaken ausgestattet, der beim zurückziehen die Katze verletzt und einen heftigen Schmerz auslöst - dies löst zugleich den Eisprung bei der Katze aus. Durch diesen Schmerz ist die gute Laune der Katze dahin und sie versucht den Kater zu kratzen oder zu beißen. Dieser entgeht den Attacken der Katze nur durch einen weiten Sprung in eine nahe Deckung.
- Katzen müssen keineswegs einmal Junge haben um gesund zu bleiben - ganz im Gegenteil.
- Das Argument, die Katze solle einmal Babies bekommen, damit die Kinder einmal eine Geburt erleben können, ist an den Haaren herbeigezogen und die Kinder lernen dadurch keinerlei Verantwortung, sondern (sofern nicht alle Kitten behalten werden können) erfahren nur das Leid, sich von den süßen Kätzchen einige Wochen später wieder trennen zu müssen.
- Rollige Katzen sind einer großen hormonellen Belastung ausgesetzt und wenn sie nicht gedeckt werden kann es zu einer regelrechten Hormonvergiftung (Dauerrolligkeit) kommen.
- Unkastrierte Kater oder Katzen entfernen sich oft weit von zu Hause, auf der Suche nach einem Partner - die Gefahren wie Straßenverkehr sind hier nicht extra zu erwähnen. Die Kater werden oft in schlimme Raufereien verwickelt, während sich die Katzen von möglichst vielen Katern decken lassen, was die Ansteckungsgefahr von tödlichen Krankheiten (z.B. Leukose FeLV oder Katzenaids FIV) fürbeide Geschlechter extrem erhöht.
- Läßt man seine Katze decken, ohne vorher den Verbleib der Kitten geklärt zu haben, so vermehrt man nur das Katzenelend - die Tierheime sind voll von solchen armen Kreaturen, die keiner mehr haben will.
Für Alle die immer noch denken, daß es nicht "natürlich" ist eine Katze zu kastrieren, sei noch erwähnt, daß die Lebenserwartung für freilebende Katzen ca. 1-5 Jahre ist und dabei bringen sie soviel Kitten wie möglich auf die Welt, von denen aber nur max. 1/3 überhaupt die ersten Wochen überleben. Vorteile der Kastration Kein Markieren von Katern Keine schlafraubende Rolligkeit der Katze weniger Aggression kein od. weniger Herumstreunen schmusigeres Wesen höhere Lebenserwartung (durch weniger Infektionsgefahr und weniger Streunen) Kein ungewollter Kittenzuwachs weniger Risiko von Gebärmutterkrebs bzw. Prostatakrebs beim Kater
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Zeitpunkt der Kastration - FRÜHKASTRATION Hier gehen die Meinungen auch Heute noch weit auseinander. Leider sind hier auch die Tierärzte nicht am neuesten Stand der Tiermedizin und manche behaupten immer noch, daß eine Katze oder Kater die Geschlechtsreife erreichen muß, bevor sie/er kastriert werden kann. DIES IST FALSCH ! Und es gibt keinen medizinischen Grund für diese These! Langzeitstudien haben inzwischen bewiesen, daß die Hormone keinen Einfluß auf das Wachstum der Katze/Kater haben. Größe und Körperbau der Katze ist vielmehr genetisch bedingt. Generell ist davon auszugehen, daß es besser ist die Katze/den Kater so früh wie möglich zu kastrieren. Je jünger das Tier ist, umso leichter verkraftet es den Eingriff! Einer Kastration im Alter von 3-5 Monten steht nichts im Wege und wird in vielen Ländern bereits jahrzehntelang praktiziert. Der Grund, warum manche Tierärzte es nach wie vor ablehnen eine Frühkastration durchzuführen, liegt meist an der mangelnden OP-Erfahrung mit Frühkastrationen und der Dosierung des Narkosemittels. Für einen sachkundigen Tierarzt ist eine Frühkastration aber kein Problem. Vorteile der Frühkastration - kürzere Operation und kürzere Narkose
- geringere Blutung
- schnellere Erholung des Patienten
- keine Rolligkeit und dadurch fast kein Risiko von Gebärmutterkrebs
- schmusigeres Wesen
- kein überraschender Nachwuchs
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Wir danke der Tierhilfe-Kassel für die Erlaubnis einige Anregungen für diesen Text zu übernehmen. http://www.winnfelinehealth.org/reports/early-neuter.html oder http://www.cfainc.org/health/early-spay-neuter.html Text von E. Leberbauer und C. Mahrer |